Erste Bauabsichten
Kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges (1918/19) gab es erstmalig Überlegungen, eine Kirche oder Kapelle mit 100 Sitzplätzen in Tegelort zu errichten. Da sich die Kirchengemeinde Heiligensee, zu der Konradshöhe-Tegelort kirchenrechtlich bis 1948 gehörte, über einen geeigneten Kirchbauplatz nicht einigen konnte, wurde der bereits vorliegende Entwurf einer Hennigsdorfer Baufirma nicht ausgeführt. Die nachfolgende Inflationszeit machte weitere Überlegungen zunächst überflüssig.

Der nächste Anlauf wurde erst 1925 unternommen. Doch der Antrag an den Forstfiskus auf unentgeltliche Überlassung eines zwei Morgen großen Grundstücks am Ortseingang von Tegelort scheiterte.

Grundstückserwerb und Bauplanung
Erst 1929 konnte das heutige etwa 5100 qm große Kirchengrundstück am Schwarzspechtweg 1-3 Ecke Eichelhäherstraße erworben werden. Die einer Gemeindeversammlung angebotene Alternative eines Kirchbauplatzes am Goetheplatz (heute: Pumpwerk der Berliner Wasser-Betriebe an der Buntspechtstraße) wurde aus verkehrstechnischen Gründen abgelehnt.

Die Kirchengemeinde war willig, den Kirchbau so schnell wie möglich nach Abschluss der Grundstückssuche in die Tat umsetzen zu lassen, doch es haperte damals wie in vielen Fällen an demnötigen „Kleingeld“. Nur zögernd gingen deshalb die Planungen voran. Erst 1933 beauftragte die Kirchengemeinde den Architekten Ulrich mit der Erstellung von vier Vorentwürfen, deren Verwirklichung aus Kostengründen nicht höher als 30.000 Reichsmark liegen durften.

Auf Grundlage der vorgelegten Vorentwürfe sollte 1935/36 ein Kirchbau-Wettbewerb ausgeschrieben werden. Ob dieser tatsächlich stattgefunden hat, lässt sich aus den Quellen nicht mehr bestätigen. Jedoch ist es nicht ausgeschlossen, dass aufgrund dieses Bauwettbewerbs der Architekt und Geheime Hofbaurat Prof. Otto Kuhlmann im Juni 1937 mit der Ausführung seines im Juni 1936 vorgelegten Entwurfes (Kirchenschiff, Turm und Pfarrhaus) beauftragt wurde. Der Architekt hatte bereits 1907-10 die städtebauliche Gesamtanlage des Spandauer Johannesstiftes entworfen.

Baurealisierung
Nachdem im Oktober 1937 nach fast zwanzigjähriger Planungsphase mit dem Bau begonnen worden war, konnte am 7. November 1937 die offizielle Grundsteinlegung erfolgen, bei der der Name des entstehenden Gebäudes mit „Jesus-Christus-Kirche“ festgelegt wurde.

Durch die großzügige Stiftung des Heiligenseer Landwirts Erdmann Lemcke konnte ein acht mal vier Meter großes farbiges Fresko in Auftrag gegeben werden, welches die gesamte Wandfläche hinter dem Altar in Anspruch nimmt und dem Kirchsaal seine Ausstrahlung verleiht. Das Fresko, das der Oldenburger Kirchen- und Bibelmaler Prof. Dr. Rudolf Schäfer gestaltete, zeigt Jesus Christus als den Herrn seiner Gemeinde, wie ihn der Seher der Offenbarung des Johannes schildert. Auch die übrige Inneneinrichtung geht auf Schäfer zurück.

Der ursprüngliche Einweihungstermin der neuen Kirche am Reformationstag 1938 „platzte“, da die Inneneinrichtung zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertig war. Die Kirchweih fand daraufhin am 26. Februar 1939 statt (und war damit der letzte fertiggestellte Kirchbau vor Ende des Zweiten Weltkrieges in Berlin). Die gesamten Baukosten des im Heimatstil der dreißiger Jahre erbauten Kirchengebäudes beliefen sich auf über 160.000 Reichsmark und waren damit doppelt so hoch wie bei Auftragsvergabe vereinbart worden war.

(Dr. Jörg Müller, Auszug aus der Festschrift zum 70-jährigen Jubiläum der Jesus-Christus-Kirche)

Viele weitere interessante Details zur Geschichte der Kirchengemeinde Konradshöhe-Tegelort finden Sie in der Festschrift zum Download>

Zum 80. Kirchweihjubiläum wurde ebenfalls eine Festschrift herausgegeben. Diese kann man für 2 Euro im Eingangsbereich der Jesus-Christus-Kirche oder im Gemeindebüro erwerben.