Veröffentlicht am Sa., 18. Apr. 2020 18:44 Uhr

Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat!

Mittwochmorgen, Ende Februar, Kaffeeduft zieht durch den Saal, Kekse stehen auf den Tischen bereit, Gemurmel und Gelächter ist zu hören.Alle Mitarbeitenden unserer Region sind zusammengekommen. Aber es wird nicht nur schön Kaffee getrunken, an diesem Tag gibt es auch noch fünf verschiedene Workshops zu unterschiedlichen Themen. Zum Glück haben viele bei der Vorbereitung mitgeholfen. Jede und jeder mit ihrem oder ihrem Talent oder seiner Gabe. Wussten Sie, dass unser Hausmeister oft noch spät abends die Tische stellt? Oder, dass Ihre Pfarrerin Gisela Kraft auch Yogalehrerin ist? Oder Pfarrer Glatter ausgebildeter Gottesdienstcoach? Bis so ein Tag geplant und organisiert ist und bis dann auch alles steht, ist viel zu tun.

Genauso bei den Vorbereitungen für Ostersonntag: Julia probt mit den Kindern ein Osterspiel, im Hintergrund schnippelt Birgit Obst, Läticia kümmert sich um die Kostüme, eine Mutter bringt Tomatensauce zum Mittagessen, Renate sorgt für eine neue Osterkerze und mit den Konfirmanden haben wir den Ostergarten Woche um Woche ein Stück weitergebaut und verschönert. Aber bis alles soweit ist, ist eine Menge zu tun. Da braucht es viele fleißige Hände. Zum Glück gibt es die auch. Jede macht das, was sie kann und nur so klappt alles. Oder jeder mit der Gabe, die er empfangen hat.

Unser Monatsspruch für Mai war ursprünglich an Christen in Kleinasien gerichtet. Petrus schreibt ihnen einen Brief zur Stärkung. Sie brauchen viel Kraft, um an ihrem Glauben festzuhalten, weil sie unter Menschen leben, die ihnen feindselig gegenüberstehen. Petrus ermutigt die Christen so zu leben, dass sie einerseits keinen Anstoß zu übler Nachrede geben und andererseits durch ihren Umgang miteinander, einladend auf andere wirken.

Zum Glück geht es uns Christen hier in Deutschland viel besser. Wir werden nicht verfolgt und können öffentlich unseren Glauben bekennen.
Wie sieht aber so ein einladender Lebensstil aus?
Habt euch lieb, sagt Petrus, denn die Liebe macht vieles wieder gut. Dient einander, jeder mit der Gabe, die er oder sie erhalten hat. Damit seid ihr gute Verwalter der Gaben, die Gott voraussetzungslos jedem Menschen geschenkt hat. Dann zählt er auf, welche Gaben es gibt. Wenn jemand Gottes Wort Menschen so näherbringen kann, dass alle es verstehen, dann soll er es tun. Und wenn jemand für die organisatorischen Aufgaben begabt ist, dann soll er das auch tun.

Diese alte Ermutigung möchte ich gern auch heute weitergeben in unsere Gemeinden. Wenn jemand gut organisieren kann, soll er das tun.
Wenn jemand einen grünen Daumen hat, soll sie diesen nutzen. Wenn andere gut Gäste empfangen und mit ihnen ins Gespräch kommen können, dann sollen sie das auch tun. Und wenn manche die Gabe haben zu beten, dann sollen auch sie das tun. Egal, was wir machen, es soll zur Ehre Gottes geschehen. Auch wenn dabei mal etwas nicht gelingt. Ohne Neid und Vergleichen. Alle sind beschenkt mit Gaben, die benötigt werden.

Wir sind gerade wieder dabei, das nächste Gemeindesommerfest vorzubereiten. Und ich freue mich darauf, wenn Sie mit Ihren besonderen Gaben dabei sind und Gottes Liebe auf Ihre ganz persönliche Weise weitergeben.

Pfarrerin Jana Wentzek

Kategorien Andachten MCG